Mutter-Kind-Bindung mit Baby

Gute Mutter-Kind-Bindung – starke Babys!

Das hier kennen Sie, oder?

Jeder hat es schon mal erlebt, von einem Baby lange angeschaut zu werden und Sie kennen das von Ihrem eigenen Baby auch, wenn es um das Thema Mutter-Kind-Bindung geht…

  ● … wenn es keine Scheu oder Scham hat, Sie intensiv und lange anzuschauen, ohne wegzuschauen

  ● … wenn es Ihnen ganz interessiert und neugierig länger in die Augen schaut.

● … und wenn es fast so wirkt, als ob es sich mit seinem Blick mit Ihnen unterhalten will.

Zum Thema Mutter-Kind-Bindung gibt es so viele spannende Dinge zu erzählen. Ein wichtiger Aspekt ist der Augenkontakt. Bindung herzustellen und zu stärken passiert nämlich ganz wesentlich mit dem Augenkontakt zwischen Ihnen und Ihrem Baby.

Und es gibt dazu ein paar Fragen, die helfen, den Zusammenhang zwischen Augenkontakt und Bindung besser zu verstehen:

     ● Was können unsere Augen eigentlich alles?

     ● Was hat das mit dem Thema Mutter-Kind-Bindung zu tun?

     ● Und was hat es bei Ihrem Baby mit den Kontakt- und Ruhephasen auf sich?

Auf jeden Fall lieben Babys in den allermeisten Fällen Augenkontakt und sie brauchen sogar viel davon, um sich wohlzufühlen!

Ich erzähle Ihnen gleich, wieso das so ist und gebe Ihnen dann im nächsten Artikel 4 Tipps für Ihren Alltag dazu. Aber nun zur ersten Frage zu Augenkontakt und Mutter-Kind-Bindung:

Was können unsere Augen eigentlich alles?

Es gibt 3 wichtige Dinge, die unsere Augen können:

1. Unsere Augen nehmen die Welt wahr

Wenn wir etwas wahrnehmen, geht der Weg eher als ‚Einbahnstraße‘ von außen nach innen. Wir nehmen als Erstes im Außen bestimmte Sinneseindrücke auf. Und die verarbeiten und speichern wir dann im Inneren, also in unserem Gehirn.

2. Unsere Augen können Kontakt zu anderen aufnehmen

Wenn wir Kontakt aufnehmen mit anderen Menschen, geht es dann nicht nur darum, etwas zu verarbeiten, was wir gesehen haben.

Sondern dabei findet dann auch eine Kommunikation miteinander statt. Die ist, anders als wenn wir nur etwas verarbeiten, wechselseitig. Also von uns zu den anderen und von den anderen zu uns.

Wenn Ihr Baby mit Ihnen im Augenkontakt ist, gibt es durch den wechselseitigen Austausch sofort mehr Bindung und Nähe. Oft ja ohne viele Worte. Und Bindung tut Ihrem Baby und natürlich auch uns Erwachsenen einfach gut.

3. Unsere Augen drücken Emotionen aus

Unsere Augen können auch unsere Gefühle ausdrücken. Es gibt 5 Grundgefühle, die spannenderweise alle Menschen fühlen können. Buchstäblich alle!

Das sind Angst, Freude, Traurigkeit, Wut und Scham.

Das Gefühl von Scham empfinden Kinder allerdings erst später, nämlich erst so ungefähr zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr.

Das ist also der Grund, warum Babys uns oft so intensiv und lange anschauen, ohne den Blick zu senken.

Sie schämen sich noch nicht. Und so offen, neugierig und ohne Scham, wie sie in die Welt schauen, schauen sie dann auch andere Menschen an.

Und was hat das nun mit dem Thema Mutter-Kind-Bindung zu tun?

Wenn nun also durch Augenkontakt Bindung entsteht, könnten Sie ja fragen, wozu wir Bindung denn eigentlich brauchen?

Bindung ist lebenswichtig.

Ohne Bindung sind wir nicht überlebensfähig. Und ein Baby schon gar nicht.

Wenn ich als Baby nämlich keine Bindung herstellen würde, werde ich ja ‚vielleicht vergessen‘, wenn ich Hunger habe oder auf den Arm will.

Natürlich vergessen Sie Ihr Baby nicht, aber Babys gehen da lieber auf Nummer sicher…

Bindung ist also einerseits dafür da, dass die körperlichen Bedürfnisse Ihres Babys erfüllt werden.

Aber daneben erfüllt die Mutter-Kind-Bindung auch emotionale Bedürfnisse. Sie macht zufrieden und wenn wir verbunden sind, fühlen wir uns zugehörig, sicher, geliebt und einfach wohl.

Wir brauchen Bindung wie Fische das Wasser…

In Verbindung mit anderen zu sein, fühlt sich im Normalfall also gut an und wir genießen das.

Zwischen Ihnen und Ihrem Baby gibt es ja sogar von Anfang an eine Verbindung, die natürlicherweise schon vorhanden ist.

Weil Sie beide als Eltern es gezeugt haben und weil es bei Ihnen als Mutter im Bauch gewachsen ist. Das erzeugt eine körperliche und emotionale Verbindung zwischen Ihnen, die von Natur aus schon stark und eng ist.

Die Geburt mit dem Durchschneiden der Nabelschnur ist dann die erste Trennung, die ein Baby erlebt. Ab da gibt es dann mehr oder weniger räumlichen Abstand zwischen Ihnen und Ihrem Baby.

Augenkontakt ist bindungsfördernd

Wenn also die körperliche Verbindung zu Ihrem Baby nach der Geburt räumlich nicht mehr ganz so eng ist, baut es die Bindung mit anderen Mitteln auf bzw. hält sie aufrecht.

Und was ist da unter anderem eine sehr gute Möglichkeit?

Na klar, Augenkontakt!

Das ist bei uns Erwachsenen ja nicht anders. Ein gutes Beispiel ist das Verliebtsein.

Erinnern Sie sich noch an die ersten Dates mit Ihrem Partner? An die tiefen, langen Blicke? Und daran, wieviel Nähe und Verbindung sich nur über Ihre Augen zwischen Ihnen aufgebaut hat?

So baut auch Ihr Baby die Nähe und Verbindung zu Ihnen auf.

Ruhe- und Kontaktphasen bei Ihrem Baby

Was Sie noch wissen sollten: Wir wollen natürlich nicht immer und ständig Bindung und Augenkontakt. Das ist auch bei Babys so. Und das ist ganz natürlich.

Wenn Ihr Baby wach ist, bewegt es sich wellenförmig zwischen zwei verschiedenen Phasen hin und her:

     ● Die eine ist eher aktiv und kontaktfreudig. Sie kennen alle diese Zeiten mit Ihrem Baby. Da will es eher auf den Arm, spielen, mit Ihnen plaudern, nimmt von selbst Augenkontakt auf und möchte beschäftigt werden.

     ● Die andere ist scheinbar ein bisschen passiver. Das sind die Zeiten, in denen Ihr Baby vielleicht auf der Krabbeldecke oder im Kinderwagen liegt, eher Ruhe möchte und sich oft mit sich selbst beschäftigt. Es spielt dann vielleicht alleine mit seinem Spielzeug oder seinen Füßchen, brabbelt vielleicht vor sich hin und sucht auch nicht so viel Augenkontakt.

Wir Erwachsene haben diese Phasen auch, bloß nehmen wir das im Alltag meist nicht so bewusst wahr. Außerdem gibt es ja immer was zu tun…

Am ehesten merken Sie selbst die Ruhephasen daran, wenn Sie tagträumen. Oder wenn Sie Ihre ‚Tagestiefs‘ haben.

So, das war jetzt eine bisschen Input über das Wieso und Weshalb…

Vielleicht haben Sie Fragen dazu?  Ich freue mich über Ihren Kommentar!

Herzliche Grüße,

Christiane Christiansen

P.S.: Hier gebe ich Ihnen Anregungen, was Sie nun mit diesem Wissen in Ihrem Alltag und im Kontakt mit Ihrem Baby anfangen können.

2 Kommentare
  1. Sigrid Plate
    Sigrid Plate sagte:

    Die Ausführungen über die Wichtigkeit des Augenkontaktes sind sehr hilf-und lehrreich. Sie öffnen einem “im wahrsten Sinne des Wortes” die Augen und gibt schon jetzt Antworten auf einige meiner Fragen. Bin gespannt, was noch so folgt.
    In diesem Sinne vielen Dank für den Beitrag und ich freue mich auf weitere.
    S. Plate

    Antworten

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