Baby schläft auf dem Arm ein

Ihr Baby schläft nur auf dem Arm ein oder Ihrer Brust ein? Hilfe in 4 Schritten!

Hier geht es nun darum, was Sie tun können, wenn Ihr Baby zum Einschlafen soviel Nähe braucht, dass Sie es kaum kurz ablegen können. Oder schläft Ihr Baby als Steigerung sogar nur auf Ihrem Arm oder Bauch ein?

Natürlich ist jedes Baby und jede Familiensituation unterschiedlich und muss individuell betrachtet werden. Es gibt aber eine paar grundsätzliche Dinge, die ich Ihnen dazu sagen möchte.

Das Wichtigste zuerst

Es gibt meiner Erfahrung nach für den Übergang keinen anderen Weg als Ihrem Baby diese Sicherheitsstation für eine Zeit erstmal weiter zu lassen.

Nur so kann es langsam lernen, sich vor dem Einschlafen wieder zu entspannen und zum Beispiel nach einer frühen Trennung langsam aber sicher wieder Vertrauen zu fassen.

Auch wenn ich weiß, dass Sie vielleicht schon ziemlich erschöpft sind und Wege finden müssen, selbst genug Schlaf zu bekommen. Tipps und Unterstützung dazu finden Sie im Babyschlafpaket.

Wenn Sie Ihrem Baby die Nähe zu Ihnen als Sicherheitstankstelle einfach wegnehmen würden, dann kann es sein, dass es immer mehr in Stress gerät.

Die Anspannung, die Unruhe und vielleicht auch das Weinen werden dann nicht weniger, sondern ganz im Gegenteil höchstwahrscheinlich immer mehr. Und Ihre eigene Anspannung und der Druck steigen wahrscheinlich auch immer mehr.

Im Moment braucht es beim Entspannen einfach noch Ihre Hilfe.

Schritt 1: So weit akzeptieren, wie es jetzt gerade geht

Sie wissen aus dem vorherigen Artikel schon, dass der Grund dafür, warum Ihr Baby Ihre Nähe so intensiv braucht, in den allermeisten Fällen mit innerer Anspannung zu tun hat.

Der erste Schritt ist also, dass Sie verstehen und akzeptieren, dass Ihr Babys, wenn es so nahen Körperkontakt zum Einschlafen braucht, genau das für sein Sicherheitsgefühl wirklich dringend braucht. Sonst würde es das nicht einfordern.

Schrauben Sie Ihre Erwartungen, dass Ihr Baby sich möglichst morgen problemlos ablegen lassen sollte, als erstes für eine kurze Zeit ein bisschen runter. Sagen Sie sich , Ja, mein Baby schläft nur auf dem Arm ein, das ist jetzt in diesem Moment so’. Auch wenn ich weiß, dass das nicht leicht für Sie ist.

Aber bedenken Sie auch, dass kein Baby etwas ‘einfach nur so’ macht. Oder weil es Sie ärgern will. Oder weil es verwöhnt werden will. Wirklich keines.

Es stecken immer dringende Bedürfnisse dahinter. In diesem Fall, wie Sie schon erfahren haben, Sicherheit und Entspannung. Und Sie als Eltern sind für Ihr Baby die allerbeste Sicherheitsstation, um ihm diese Bedürfnisse erfüllen zu können.

Wenn Sie sich das klarmachen und es annehmen können, können Sie sich selbst besser entspannen in der anstrengenden Situation. Besonders, wenn Ihr Baby nur auf Ihrer Brust oder Ihrem Bauch einschlafen kann.

Damit kann bei Ihnen schon einiges an Druck nachlassen und die Situation entspannt sich oft schon deutlich. Viele Eltern in den Beratungen bestätigen das.

Schritt 2: Was können Sie nun direkt in der Einschlafsituation tun?

● Lassen Sie Ihr Baby in jedem Fall 25-30 Minuten auf Ihrem Arm oder Bauch. Solange braucht es, bis Babys überhaupt in der ersten Tiefschlafphase angekommen sind.

● Versuchen Sie, soviel Ruhe in die Einschlafsituation zu bringen, wie es Ihnen möglich ist.

Machen Sie dafür die Handgriffe mit Ihrem Baby, also das Ausziehen, Anziehen, Hochnehmen und Ablegen langsam und ruhig. Sprechen Sie währenddessen sanft mit ihm. Wenn Sie wollen, atmen Sie dabei tief und ruhig ein und aus.

Probieren Sie verschiedene Orte und Tragearten aus, die hilfreich sein könnten. Schlafzimmer, Wohnzimmer, Schaukelstuhl, Tragesystem, Tragetuch. Mit oder ohne Pucken.

Wenn Ihr Baby einen stillen Ort braucht, weil es noch Geschwisterkinder hat, holen Sie sich in der Zeit Unterstützung von Familie, Partner, Freundinnen oder netten Nachbarinnen. Bitten Sie andere, Zeit mit Ihren weiteren Kindern zu verbringen, die natürlich auch Zeit und Aufmerksamkeit brauchen. Haben Sie keine Scheu, sich Hilfe zu holen.

Was können Sie selbst noch tun?

● Versuchen Sie, sich so weit wie es geht, körperlich und innerlich zu entspannen.

Ich weiß, dass das in der momentanen Situation nicht einfach ist. Aber Ihre Anspannung spürt Ihr Baby mehr als Sie denken und dann strudeln Sie zusammen in eine immer größere Anspannung hinein.  

Sorgen Sie dafür, dass Sie selbst bequem und entspannt sitzen oder liegen. Atmen Sie tief und ruhig in Ihren Bauch ein und aus. Entspannen Sie Ihre Schultern. Lassen Sie Ihren Körper so weit wie es geht locker.

Je entspannter und druckfreier Sie sind, desto mehr kann Ihr Baby an Ihre Entspannung andocken und sich dann auch besser entspannen.

● Stellen Sie sich in der Einschlafsituation nochmal ganz deutlich und fast bildlich vor, dass Sie eine Art Tankstelle für Sicherheit, Schutz und Entspannung für Ihr Baby sind.

Sie können das noch verstärken, indem Sie mit jedem tiefen Einatmen Sicherheit und Entspannung zu Ihrem Baby ‚hinatmen‘. Übertragen Sie also mit Ihrer Atmung Ruhe und Entspannung auf Ihr Baby.

Wichtig ist, dass Sie wirklich einigermaßen entspannt sind und es nicht nur willentlich erzwingen wollen. Babys spüren sofort, wenn es in Ihnen noch Spannung gibt.

Versuchen Sie es einfach, so gut wie es geht.

● Für ein Baby, was sehr viel Nähe und Körperkontakt braucht, ist es meistens noch wichtiger als sowieso schon, dass es nachts bei Ihnen im Elternschlafzimmer schlafen darf.

Schritt 3: Langsamer Übergang

Um Anspannung loszuwerden, Sicherheit zu bekommen und Stress zu verarbeiten braucht Ihr Baby Zeit und Geduld. Wir wissen als Erwachsenen selbst gut genug, dass sowas meistens nicht von einem Tag auf den anderen geht.

Und Ihr Baby schläft vielleicht schon seit Wochen nur auf dem Arm oder Bauch ein? Jedes Baby braucht dann dafür unterschiedlich lange, um wieder zu lernen, mehr und schneller zu entspannen.  

Da richten sich Babys leider nicht nach dem Zeitplan von uns Erwachsenen.

Was heißt denn nun ‚langsamer Übergang‘ praktisch?

Hier mache ich Ihnen ein paar Vorschläge, wie es sanft gehen kann.

● Legen Sie erstmal eine Decke zwischen sich und Ihre Baby oder pucken Sie es, wenn mehr Abstand noch nicht geht.

● Halten Sie Ihr Baby immer noch nah am Körper, aber drehen Sie sich mit Ihm immer mal kurz auf die Seite, damit es auch die Matratze schon mal spürt.

● Haben Sie eine weiche kuschelige Decke um Sie beide herumliegen, die Sie beim Lagewechsel mitnehmen und in die vielleicht sogar eine kleine Wärmflasche mit eingepackt ist.

● Sprechen Sie viel und ruhig mit Ihrem Baby. Und erklären Sie ihm die kleinen, langsamen Handgriffe, die Sie gerade zur Schlafvorbereitung machen.

● Entfernen Sie sich vielleicht nur zentimeterweise bei jeder weiteren Schlafsituation und legen Sie noch einige Tage immer wieder beruhigend Ihren Arm oder die Hand auf Ihr Baby, damit es Ihren Körper und Ihre Wärme spüren kann.

Es ist der Weg der kleinen Schritte, bis Ihr Baby wieder soviel Vertrauen und Sicherheit fühlt, dass Sie es früher ablegen können.

Aber soviele Eltern sind erfolgreich mit diesen kleinen Schritten, also schaffen Sie das auch.

Schritt 4: Was kann noch hilfreich sein?

Daneben können Sie auch schon vor der Abendsituation einiges tun, damit sich die Grundanspannung in Ihrem Baby senken kann.

Wenn Sie ihm nämlich schon tagsüber viel Nähe und Kontakt als Sicherheitstankstelle geben, kann es sich damit schon tagsüber mehr ‚auftanken‘ und abends besser entspannen.

● Tragen Sie es tagsüber immer mal wieder längere Zeit im Tragetuch oder Tragesystem und kuscheln Sie viel mit Ihrem Baby.

● Schalten Sie Ihr Alltagstempo schon am späten Nachmittag etwas runter und holen Sie sich dafür Unterstützung von anderen.

● Massieren Sie Ihr Baby einige Minuten, wenn es das mag. Auch damit und vermitteln Sie ihm über den Körperkontakt Sicherheit, Liebe, Geborgenheit und Nähe.

● Baden Sie Ihr Baby vor dem Einschlafen oder baden Sie mit ihm zusammen.

● Seien Sie, wenn möglich, nachmittags ab und an schon etwas früher zuhause, um mehr Ruhe in die Zeit vor dem Schlafengehen zu bringen.

● Schlafen Sie, wenn Ihr Baby schläft.

Seien Sie kreativ. Machen Sie die Dinge, von denen Sie schon festgestellt haben, dass sie Ihr Baby entspannen, schon tagsüber immer wieder.

Und wenn sich zuwenig oder gar nichts verändert? Ihr Baby schläft immer noch nur auf dem Arm ein?

Wenn sich mit all‘ meinen Vorschlägen wirklich gar nichts verändert? Dann haben Sie keine Scheu oder Scham, sich professionelle Hilfe zu holen.

Weil Ihr Baby dann in den allermeisten Fällen noch mit etwas aus der Schwangerschaft oder von der Geburt beschäftigt ist, was es alleine und auch mit Ihnen gemeinsam nicht verarbeiten kann. Und das ist nicht schlimm.

Eine Unterstützung durch eine Schlafberaterin, die ‚Frühe Hilfen‘ oder einem Babycoaching bewirkt oft schon in erstaunlich kurzer Zeit große Erleichterung und mehr Entspannung.

Wollen Sie mehr zu den Ursachen wissen, wenn Ihr Baby nur auf dem Arm oder Ihrem Bauch einschläft oder schläft? Dann lesen Sie hier weiter.

Oder möchten Sie sofortige Tipps zum gesunden und entspannten Babyschlaf? Dann laden Sie sich jetzt den beliebten, kostenfreien Babyschlaf-Ratgeber herunter:

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Oder haben Sie noch Fragen oder hilfreiche Erfahrungen zu dem Thema für andere Eltern?

Dann hinterlassen Sie gerne einen Kommentar.

Herzliche Grüße,

Christiane Christiansen

3 Kommentare
  1. Melina
    Melina sagte:

    Sehr guter Artikel ! Er hat mir sehr viel Angst genommen… so viele sagen zu mir ich soll meine kleine nicht auf mir einschlafen lassen weil sie sonst niemals alleine schlafen wird… sie ist jetzt 3 Wochen alt und mein Mama Gefühl hatte mir die ganze Zeit gesagt das sie das einfach braucht.. durch diesen Artikel wurde mir der Druck genommen etwas falsch zu machen! Ich bin erleichtert und glücklich das ich genau das richtige mache :)

    Antworten
    • Christiane Christiansen
      Christiane Christiansen sagte:

      Hallo Melina,
      ich freue mich, dass Ihnen der Artikel weitergeholfen hat. Bleiben Sie bei Ihrem Gefühl Gefühl und Ihrer Intutition, wenn es um den Umgang mit Ihrem Baby geht. Sie als Mama sind die beste Expertin für Ihr Baby, die es gibt :) Christiane Christiansen

      Antworten

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