Bonding Baby und Vater

Bonding mit Ihrem Baby über Augenkontakt – 4 wichtige Alltagstipps

4 Tipps für den Alltag

Mit dem Wissen aus dem vorherigen Artikel können Sie im Alltag ein paar Dinge tun, die über den Augenkontakt das Bonding zwischen Ihnen und Ihrem Baby vertiefen werden.

Diese ‚Kleinigkeiten‘ werden Ihrem Baby und Ihnen mehr Nähe und Verbindung und damit auch Entspannung und Zufriedenheit bringen.

1) Beobachten Sie Ihr Baby als Erstes mal

Nehmen Sie sich tagsüber immer mal ein paar Minuten Zeit, um Ihr Baby bewusst zu beobachten.

Wann ist Ihr Baby eher im Ruhemodus und wann eher im Aktivitäts- und Kontaktmodus?

Wenn Sie das eine Weile machen, werden Sie feststellen, dass es diesen wellenförmigen Rhythmus zwischen Ruhe und Aktivität gibt, wenn Ihr Baby wach ist. Dieser Rhythmus wird dann von den Schlafenszeiten unterbrochen.

Darüber hatte ich hier schon geschrieben.

Wozu ist das wichtig zu wissen, fragen Sie vielleicht?

Einerseits können Sie die aktiven Zeiten nutzen, um die Bindung zwischen Ihnen zu stärken wenn Sie sich mit Ihrem Baby unterhalten, Kontakt aufnehmen, mit ihm spielen und Augenkontakt zu haben.

Andererseits können Sie Ihr Baby und seine Wünsche und Bedürfnisse besser kennlernen. Auch das vertieft das Bonding zwischen Ihnen und Ihrem Baby.

2) Wie wäre es mit Baby-Bonding über Babytalk?

Wenn Babys entspannt und im Kontaktmodus sind, lieben sie es, sich zu unterhalten.

Ihr Baby macht das im Wesentlichen…

     ● … mit seiner Mimik und manchmal auch mit Ganzkörpereinsatz…

     ● … mit Lauten, blubbern, brabbeln, jammern, quietschen, juchzen und was es da sonst noch so alles gibt…

     ● … und natürlich mit Augenkontakt!

Ihr Baby liebt Ihre Mimik, Ihre liebevollen Grimassen, kleine Bewegungen, rhythmischeWiederholungen… Und sie lieben es auch, wenn Sie als Eltern dabei entspannt und ruhig mit ihm plaudern und Augenkontakt halten.

Wenn Ihr Baby dabei dann noch Ihnen nah an Ihrem Körper sein kann, würde es schnurren, wenn es ein Kätzchen wäre…

Nehmen Sie sich ruhig mehrmals am Tag Zeit dafür.

Solche Plaudereien führen Babys oft sogar miteinander. Bei Zwillingen ist das oft zu beobachten.

3) Und wie wäre es mal mit einer Smartphonediät?

Ich versichere Ihnen als erstes, dass Sie Ihr Smartphone natürlich nicht in die Schublade verbannen sollen…

Ich möchte Ihnen natürlich ebenso nicht vorschlagen, dass Sie Ihr Telefon nicht mehr benutzen sollen. Auch für mich ist es ein ständiger Begleiter.

Aber wenn wir darüber sprechen, wie Sie das Bonding und die Nähe zu Ihrem Baby stärken können, dann muss ich es erwähnen. Da führt für die ersten Lebensmonate Ihres Baby kein Weg dran vorbei.

Die einfache Wahrheit ist nämlich:

Die häufige Benutzung von Smartphones schwächt die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Baby.

Zum einen, weil Sie durch den Blick auf den Bildschirm weniger Kontakt und Augenkontakt haben. Und zum anderen, weil Babys es sehr genau und sensibel spüren, wenn wir als Erwachsene mit unserer Aufmerksamkeit woanders sind.

Vielleicht geht Ihnen jetzt so etwas wie ,Das kann doch nicht so schlimm sein‘ durch den Kopf. Das kann ich gut nachvollziehen.

Es geht auch wirklich nicht darum, dass Sie ständig mit Ihrem Baby in Augenkontakt sein müssen. Oder dass Sie ein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn Sie ab und an mit Ihrem Telefon beschäftigt sind.

Es hat sich allerdings in den sogenannten ‚Still-face-Versuchen‘ in den USA herausgestellt, dass Babys noch lange irritiert und z.T. sehr verunsichert sind, wenn sie Mamas vor sich haben, die nur wenige Minuten keine Regung zeigen.

Und genau das passiert aus der Sicht Ihres Babys, wenn Sie mit Ihrem Smartphone beschäftigt sind.

Was machen Babys dann?

Als erstes versuchen Babys sofort, auf sich aufmerksam zu machen, um die Bindung wieder herzustellen. Sie schauen Sie intensiv an, sie bewegen sich mehr, sie lachen Sie an, sie nutzen ihre Stimme.

Wenn das aber mehrmals und über längere Zeit nicht erfolgreich ist, resigniert Ihr Baby irgendwann.

Die Folge kann sein, dass es sich einsam fühlt, oft wütend wird, weniger Sicherheit mit seinen Bezugspersonen verspürt, unruhig und angespannt wird und evt. sogar Schlaf- oder Stillprobleme entwickelt.

In den ersten Monaten können Sie also die Weichen stellen und mit wenig viel bewirken, damit Ihr Baby sich zu einem Kind entwickelt, was bindungsfähig ist und sich gut mit anderen Kindern versteht.

Was kann ich tun?

Sie können auf jeden Fall mit kleinen Veränderungen eine große Wirkung haben und Ihr Baby damit in seiner gesunden Entwicklung unterstützen.

Wenn Ihnen zumindest zunächst überhaupt bewusst wird, dass die häufige Beschäftigung mit dem Smartphone ganz schön bindungsverhindernd ist, ist schon viel gewonnen.

Es im praktischen Alltag geht letzten Endes um das richtige Maß, wie bei so vielen Dingen im Leben.

Seine Sie kreativ und probieren Sie aus, was sich für Sie gut anfühlt, z.B.:

● Das Smartphone eher abends anmachen

● Oder eher dann, wenn Ihr Baby schläft.

● Oder eher in den Phasen, in denen Ihr Baby im ‚Ruhemodus‘ ist und weniger Kontakt braucht.

● Oder nur 5mal am Tag. 

● Oder am Tag nur phasenweise.

● Oder Sie lassen es mal zuhause, wenn Sie einen Spaziergang machen oder unterwegs sind.

● Oder Sie bauen zusätzlich zur Woche mal ein smartphonefreies Wochenende ein.

● Oder, oder, oder,…

Manches lässt sich nicht immer und ganz umsetzen, aber Sie können in kleinen Schritten starten.

Vielleicht werden Sie sich dann selbst wundern, was Sie dann ‚da draußen‘ alles wieder mitbekommen…

Zuletzt rate ich Ihnen noch dringend davon ab, Babys oder Kleinkinder selbst vor ein Smartphone oder Tablet zu setzen, auch wenn Sie das Gefühl haben, dass es sich da schneller beruhigt. Es gibt immer einen anderen Weg, auch wenn der vielleicht etwas zeitaufwendiger ist.

4) Bewusster Augenkontakt

In Tipp Nummer 2 ging es schon um den Augenkontakt beim Babytalk.

Und was Babys besonders genießen ist, wenn Sie das ganz bewußt machen und sich in der Zeit wirklich ‘mal nur auf Ihr Baby konzentrieren.

Dabei geht nicht darum, dass Sie krampfhaft oder um jeden Preis den Augenkontakt suchen müssen, Sie haben ja auch nicht immer Zeit und Gelegenheit dazu.

Und wie ich schon sagte, gibt es auch Phasen und Situationen, in denen Ihr Baby das nicht möchte, dann wird es von selbst woanders hinschauen.

Aber wenn Ihr Baby im Kontaktmodus ist, genießt es das unendlich, wenn Sie einige Zeit ganz entspannt mit Ihrer ganzen Aufmerksamkeit bei Ihm sind.

Nehmen Sie Ihr Baby dabei einfach ganz ohne Erwartungen so wahr, wie es jetzt gerade ist. Mit seinen Bewegungen, seinem Gesichtsausdruck, dem was es gerade erzählt.

Einfach nur Sie und Ihr Baby. In diesem Moment.

Ausblick

Bonding mit Ihrem Baby braucht Zeit, Entpannung und etwas Ruhe.

Verlangen Sie nicht, dass Sie alles gleich perfekt können oder umsetzen müssen. Das ist gar nicht nötig.

Aber wenn Sie wollen, fangen Sie an, kleine Schritte in Richtung mehr Bindung und Augenkontakt zu gehen. 

Sie werden sehen, wie gut sich das anfühlt, mehr und enger mit Ihrem Baby verbunden zu sein.

Vielleicht haben Sie noch andere Ideen, die den Augenkontakt mit Ihrem Baby fördern oder haben Sie Fragen dazu?  Ich freue mich über Ihren Kommentar!

Herzliche Grüße,

Christiane Christiansen

Mutter-Kind-Bindung mit Baby

Gute Mutter-Kind-Bindung – starke Babys!

Das hier kennen Sie, oder?

Jeder hat es schon mal erlebt, von einem Baby lange angeschaut zu werden und Sie kennen das von Ihrem eigenen Baby auch, wenn es um das Thema Mutter-Kind-Bindung geht…

  ● … wenn es keine Scheu oder Scham hat, Sie intensiv und lange anzuschauen, ohne wegzuschauen

  ● … wenn es Ihnen ganz interessiert und neugierig länger in die Augen schaut.

● … und wenn es fast so wirkt, als ob es sich mit seinem Blick mit Ihnen unterhalten will.

Zum Thema Mutter-Kind-Bindung gibt es so viele spannende Dinge zu erzählen. Ein wichtiger Aspekt ist der Augenkontakt. Bindung herzustellen und zu stärken passiert nämlich ganz wesentlich mit dem Augenkontakt zwischen Ihnen und Ihrem Baby.

Und es gibt dazu ein paar Fragen, die helfen, den Zusammenhang zwischen Augenkontakt und Bindung besser zu verstehen:

     ● Was können unsere Augen eigentlich alles?

     ● Was hat das mit dem Thema Mutter-Kind-Bindung zu tun?

     ● Und was hat es bei Ihrem Baby mit den Kontakt- und Ruhephasen auf sich?

Auf jeden Fall lieben Babys in den allermeisten Fällen Augenkontakt und sie brauchen sogar viel davon, um sich wohlzufühlen!

Ich erzähle Ihnen gleich, wieso das so ist und gebe Ihnen dann im nächsten Artikel 4 Tipps für Ihren Alltag dazu. Aber nun zur ersten Frage zu Augenkontakt und Mutter-Kind-Bindung:

Was können unsere Augen eigentlich alles?

Es gibt 3 wichtige Dinge, die unsere Augen können:

1. Unsere Augen nehmen die Welt wahr

Wenn wir etwas wahrnehmen, geht der Weg eher als ‚Einbahnstraße‘ von außen nach innen. Wir nehmen als Erstes im Außen bestimmte Sinneseindrücke auf. Und die verarbeiten und speichern wir dann im Inneren, also in unserem Gehirn.

2. Unsere Augen können Kontakt zu anderen aufnehmen

Wenn wir Kontakt aufnehmen mit anderen Menschen, geht es dann nicht nur darum, etwas zu verarbeiten, was wir gesehen haben.

Sondern dabei findet dann auch eine Kommunikation miteinander statt. Die ist, anders als wenn wir nur etwas verarbeiten, wechselseitig. Also von uns zu den anderen und von den anderen zu uns.

Wenn Ihr Baby mit Ihnen im Augenkontakt ist, gibt es durch den wechselseitigen Austausch sofort mehr Bindung und Nähe. Oft ja ohne viele Worte. Und Bindung tut Ihrem Baby und natürlich auch uns Erwachsenen einfach gut.

3. Unsere Augen drücken Emotionen aus

Unsere Augen können auch unsere Gefühle ausdrücken. Es gibt 5 Grundgefühle, die spannenderweise alle Menschen fühlen können. Buchstäblich alle!

Das sind Angst, Freude, Traurigkeit, Wut und Scham.

Das Gefühl von Scham empfinden Kinder allerdings erst später, nämlich erst so ungefähr zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr.

Das ist also der Grund, warum Babys uns oft so intensiv und lange anschauen, ohne den Blick zu senken.

Sie schämen sich noch nicht. Und so offen, neugierig und ohne Scham, wie sie in die Welt schauen, schauen sie dann auch andere Menschen an.

Und was hat das nun mit dem Thema Mutter-Kind-Bindung zu tun?

Wenn nun also durch Augenkontakt Bindung entsteht, könnten Sie ja fragen, wozu wir Bindung denn eigentlich brauchen?

Bindung ist lebenswichtig.

Ohne Bindung sind wir nicht überlebensfähig. Und ein Baby schon gar nicht.

Wenn ich als Baby nämlich keine Bindung herstellen würde, werde ich ja ‚vielleicht vergessen‘, wenn ich Hunger habe oder auf den Arm will.

Natürlich vergessen Sie Ihr Baby nicht, aber Babys gehen da lieber auf Nummer sicher…

Bindung ist also einerseits dafür da, dass die körperlichen Bedürfnisse Ihres Babys erfüllt werden.

Aber daneben erfüllt die Mutter-Kind-Bindung auch emotionale Bedürfnisse. Sie macht zufrieden und wenn wir verbunden sind, fühlen wir uns zugehörig, sicher, geliebt und einfach wohl.

Wir brauchen Bindung wie Fische das Wasser…

In Verbindung mit anderen zu sein, fühlt sich im Normalfall also gut an und wir genießen das.

Zwischen Ihnen und Ihrem Baby gibt es ja sogar von Anfang an eine Verbindung, die natürlicherweise schon vorhanden ist.

Weil Sie beide als Eltern es gezeugt haben und weil es bei Ihnen als Mutter im Bauch gewachsen ist. Das erzeugt eine körperliche und emotionale Verbindung zwischen Ihnen, die von Natur aus schon stark und eng ist.

Die Geburt mit dem Durchschneiden der Nabelschnur ist dann die erste Trennung, die ein Baby erlebt. Ab da gibt es dann mehr oder weniger räumlichen Abstand zwischen Ihnen und Ihrem Baby.

Augenkontakt ist bindungsfördernd

Wenn also die körperliche Verbindung zu Ihrem Baby nach der Geburt räumlich nicht mehr ganz so eng ist, baut es die Bindung mit anderen Mitteln auf bzw. hält sie aufrecht.

Und was ist da unter anderem eine sehr gute Möglichkeit?

Na klar, Augenkontakt!

Das ist bei uns Erwachsenen ja nicht anders. Ein gutes Beispiel ist das Verliebtsein.

Erinnern Sie sich noch an die ersten Dates mit Ihrem Partner? An die tiefen, langen Blicke? Und daran, wieviel Nähe und Verbindung sich nur über Ihre Augen zwischen Ihnen aufgebaut hat?

So baut auch Ihr Baby die Nähe und Verbindung zu Ihnen auf.

Ruhe- und Kontaktphasen bei Ihrem Baby

Was Sie noch wissen sollten: Wir wollen natürlich nicht immer und ständig Bindung und Augenkontakt. Das ist auch bei Babys so. Und das ist ganz natürlich.

Wenn Ihr Baby wach ist, bewegt es sich wellenförmig zwischen zwei verschiedenen Phasen hin und her:

     ● Die eine ist eher aktiv und kontaktfreudig. Sie kennen alle diese Zeiten mit Ihrem Baby. Da will es eher auf den Arm, spielen, mit Ihnen plaudern, nimmt von selbst Augenkontakt auf und möchte beschäftigt werden.

     ● Die andere ist scheinbar ein bisschen passiver. Das sind die Zeiten, in denen Ihr Baby vielleicht auf der Krabbeldecke oder im Kinderwagen liegt, eher Ruhe möchte und sich oft mit sich selbst beschäftigt. Es spielt dann vielleicht alleine mit seinem Spielzeug oder seinen Füßchen, brabbelt vielleicht vor sich hin und sucht auch nicht so viel Augenkontakt.

Wir Erwachsene haben diese Phasen auch, bloß nehmen wir das im Alltag meist nicht so bewusst wahr. Außerdem gibt es ja immer was zu tun…

Am ehesten merken Sie selbst die Ruhephasen daran, wenn Sie tagträumen. Oder wenn Sie Ihre ‚Tagestiefs‘ haben.

So, das war jetzt eine bisschen Input über das Wieso und Weshalb…

Vielleicht haben Sie Fragen dazu?  Ich freue mich über Ihren Kommentar!

Herzliche Grüße,

Christiane Christiansen

P.S.: Hier gebe ich Ihnen Anregungen, was Sie nun mit diesem Wissen in Ihrem Alltag und im Kontakt mit Ihrem Baby anfangen können.